Archiv für den Tag: 22/12/2023

22. Dezember 1923

Quelle: Stadtarchiv Solingen, Solinger Tageblatt 22. Dezember 1923

Weihnachtsgeld für Arbeitslose

       Doch eine Weihnachtsgabe für die Erwerbslosen. Wie wir
hören, hat sich die Stadtverwaltung nun doch entschlossen, den
Erwerbslosen eine besondere Weihnachtsunterstützung zu gewäh-
ren. Es sollen am morgigen Vormittag jedem Erwerbslosen
an den einzelnen Zahlstellen 50 Prozent der am Donnerstag
für diese Woche ausgezahlten Beträge ausgehändigt werden.

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22. Dezember 1923

Quelle: Stadtarchiv Solingen, Solinger Tageblatt 22. Dezember 1923

Kundenmangel auf Solinger Wochen- und Weihnachtsmarkt

       Der heutige Wochenmarkt hat wieder das in den letzten
Tagen gewohnte Bild. Zahlreiche Händler boten mit der aus
Vorkriegszeiten gewohnten Aufbietung aller Stimmkräfte ihre
Waren an. Die Preise waren gegen den letzten Markttag im
Durchschnitt etwas herabgesetzt. Trotzdem verzeichnete man nur
geringe Umsätze. Der alte Grundsatz, das [sic!] Geld die Welt regiert,
gilt auch für den Wochenmarkt. Verarmte Verbraucher können
selbst bei gutem Willen das Geschäft nicht beleben. Die not-
wendigsten Weihnachtsgaben wie Aepfel, Nüsse, Apfelsinnen wurd-
den, in allerdings kleinen Mengen, gekauft. Die Manufaktur-
warenhändler auf dem Neumarkt standen ebenfalls meist allein
vor ihren Ständen. – Fische, besonders Heringe, waren in großen
Mengen angefahren und fanden etwas besseren Absatz. – Der
Weihnachtsmarkt auf dem Altenmarkt hatte ebenfalls fast
keinen Verkehr aufzuweisen.

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22. Dezember 1923

Vorder- und Rückseite eines Notgeldscheines der Stadt Solingen mit dem Stempel “Umlaufsfähig im ganzen altbesetzten Teile des Regierungsbezirks Düsseldorf. Gültig bis zum 1. April 1924”. Stadtarchiv Solingen, Notgeldalbum NG 1 

Quelle: Stadtarchiv Solingen, Solinger Tageblatt 22. Dezember 1923

Die Stadt Solingen wird ab Weihnachten kein Notgeld ohne besondere Kennzeichnung mehr annehmen.

    Ꙩ  Die Unterbindung eines geregelten Notgeldverkehrs nimmt
in verschärfter Form ihren Fortgang. Heute macht die Stadt
Solingen amtlich bekannt, daß sie vom ersten Weihnachtstage ab
kein Notgeld mehr in Zahlung nehmen wird, das nicht den Auf-
druck „Umlaufsfähig im ganzen altbesetzten Teil des Re-
gierungsbezirkes Düsseldorf“ trägt. Die Maßnahme richtet sich
allem Anschein nach gegen die Städte des oberen Kreises, die den
Umtausch Solinger Notgeldes neuerdings verweigern. Hier mögen
die Interessen der Verwaltungen der beteiligten Städte richtig
vertreten werden. Die Interessen der Bürgerschaft aber, die höher
stehen sollten, werden durch die neue Maßnahme abermals gröblich
verletzt und mißachtet.


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22. Dezember 1923



Quelle: Vereinigte Adelsarchive im Rheinland. Archiv Schloss Gracht, NL FGWM/Nr. 15 471, 22. Dezember 1923

Aus dem Taschenkalender eines Adligen:
Franz Graf Wolff Metternich berichtet von seinem Treffen mit dem Kunsthistoriker Richard Klapheck mit dem er über Einsatzmöglichkeiten in der Denkmalpflege und dem Heimatbund spricht. Abends verpasst er seinen Zug und muss in Köln übernachten.

Mehlem.

Bei Regen u. Schneefall nach
Düsseldorf; dort mit Kla-
pheck Akademie besichtigt
über Betätigungsmöglichkeit
Denkmalpflege – Heimatbund
[…] gesprochen. Abe[en]ds nach
Köln. Zu Benrath wegen Verspä-
tung der Elektr. Bahn Zug verpasst,
sodass in Köln (Domkölsch) über-
nachtet.