Quelle: Stadtarchiv Solingen, Bergische Arbeiterstimme 18. Mai 1923
Bestattungen: Sind „Leihsärge“ die beste Wahl zur Kostensenkung?
– Kunstsärge. Die ungeheueren Beerdigungskosten haben eine
Reihe von Versuchen veranlaßt, die Kosten, besonders für den Sarg,
zu verringern. Wesentliche Ersparnisse können durch die Verwendung
von Leihsärgen gemacht werden. Eine große Verbreitung wird dem
Leihsarg aber kaum beschieden sein; in hygienischer Beziehung ist er
nicht ganz einwandfrei, auch verstößt er gegen pietätische Gefühle.
Neuerdings wird ein anderer Weg der Ersparnis eingeschlagen: den
Sarg aus billigem Material herzustellen. In dieser Beziehung sind
die Versuche beachtenswert, die die Firma Ph. Horz-Ohligs ange-
stellt hat[.] Die aus Gips hergestellten, mit Eisenschienen und Draht-
geflecht gestützten Särge sind von Vertretern des hiesigen Wohlfahrts-
amtes besichtigt worden, die sich über das Ergebnis sehr befriedigend
ausgesprochen haben. Der Sarg hat ein gefälliges Aeußeres und
scheint nach den mit ihm angestellten Proben auch den Ansprüchen
auf Haltbarkeit zu genügen. Die ziemliche Schwere des Sarges soll
noch durch Verminderung des Deckelgewichtes u. a. um ein Be-
trächtliches verringert werden. Die Särge sind etwa 50 Prozent
billiger als Holzsärge.
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Stadtarchiv Solingen: RK (18. Mai 2023). 18. Mai 1923. 1923: Alltag in der Krise. Abgerufen am 17. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/ae5b
