Quelle: Stadtarchiv Troisdorf, Pressesammlung: Siegburger Kreisblatt vom 7. März 1923
Die gestiegenen Preise für Zeitungen werden erklärt.
Siegburg, 6. März. Warum die Zeitun-
gen teurer werden müssen, das kann sich jeder
Laie leicht erklären, wenn er bedenkt, daß ein
Wagen Zeitungspapier statt früher 2000 Mark
bereits Ende Januar 1923 ungefähr 6 000 000
Mark kostete. Am 1. Februar 1923 setzten
die Zeitungen zuletzt ihre Bezugspreise demgemäß
fest. Am 2. Februar wurde der Preis für
Zeitungsdruckpapier verdoppelt. Seitdem wur-
de infolge der Kohlenpreis- und Frachtenerhö-
hung der Papierpreis wiederum um über
2 000 000 Mark erhöht, so daß
innerhalb vier Wochen
der enorme Papierpreis von ca 6 Millionen
für den Wagen um mehr als das Doppelte,
auf rund 14 Millionen Mark gestiegen
ist. Das bedeutet gegen den Friedenspreis
eine Steigerung von ca. 700 000 Prozent für
das Zeitungspapier
Hierzu kommen wiederum enorme Steigerungen
aller Produktionskosten, des Nachrichtendienstes,
der Speditionskosten. Allein der Fuhrlohn für
einen Waggon Zeitungspapier von der Bahn in
die Druckerei beträgt heute so viel, wie früher
25 Waggons Zeitungspapier frei Haus im gan-
zen kosteten.
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Stadtarchiv Troisdorf (7. März 2023). 7. März 1923. 1923: Alltag in der Krise. Abgerufen am 17. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/aerw
